Westerwelle ist damit das letzte Glied einer immer länger werdenden Kette von Trittbrettfahrern in Regierung und Bundestag. Einige Abgeordnete spenden lieber andere Organe als Nieren, um glaubhafter versichern zu können, dies aus eigenem Antrieb zu tun. Dass die jeweiligen Partner, Eltern und Kinder meistens über völlig gesunde Herzen, Lebern und Großhirne verfügen, spielt dabei bloß eine untergeordnete Rolle. Besonderes Aufsehen erlangte der Jakob Maria Mierscheid (SPD), der seiner Erbtante ein bis dato nicht identifiziertes Mittel verabreichte, welches zu einem lebensbedrohlichen Thymusversagen führte - natürlich sprang er sofort als Spender ein, konnte allerdings durch einen Arbeitslosen überführt werden, der die Mülltonnen von Mierscheids Tante in der Hoffnung auf Essensreste durchwühlte und dabei den Vorgang durchs Fenster beobachtete.
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Der Erläuterung des populären Bachforschers Schickele, zu Beginn des Videos zu hören, habe ich nur noch wenig hinzuzufügen. Den meisten Liebhabern barocker Musik dürfte das Rezitativ "And lo" bekannt sein, als noch wesentlich tiefgehender ist jedoch das folgende Zwischenspiel "Dying", bei dem das zerlegte Horn wesentlich subtiler zur Geltung kommt als in der Hyperionsarie, anzusehen. Derjenige, dem selbiges nicht unter die Haut geht, darf sich getrost als lobotomiert bezeichnen. Di-dedi-dedi...
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Newscio liegen vertrauliche Berichte vor, die nahelegen, das Angebot sei eine reine Erfindung der Finanzbehörden, um Selbstanzeigen zu forcieren. Tatsächlich sei in den vergangenen Jahren keine einzige CD gekauft worden - etwaige Angebote können jedoch nicht mit völliger Sicherheit ausgeschlossen werden. Stattdessen haben die entsprechenden Ämter eine Atmosphäre der Paranoia geschaffen, um Steuersünder zur Kapitulation zu bewegen.
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Nun wird den Wünschen des Publikums jedoch in geradezu infamer Weise entgegengewirkt, indem jede unter Hypnose erweckte Erinnerung sofort die volle Dosis Drama enthält. Bergstürze, Misshandlungen, all jenes sehen wir zwar gerne, aber solche nachlässig fabrizierten Plagiate werden nie an Galileo Mystery heranreichen, dass seit Jahren erfolgreich einen hohen Standard auf dem Gebiet paranormalen Fernsehens feststeckt. Die RTL-Autoren wären wohl besser damit bedient, das monotone Leben einer westerwälder Bauernfamilie im Zwiespalt zwischen Luther- und Elberfelder Bibel in aufregungerregenden Schnitten zu schildern. Letzten Endes ist es doch genau das, was den Zuschauer vom Hocker reißt.
Immerhin erhielten wir auf diese Kritik hin eine Rückmeldung des Senders. Es sei ganz natürlich, so der Wissenschafts- und Esoterikredakteur, "dass in der Trance besonders prägende Momente ins Bewusstsein rücken und nicht der schnöde Alltag. Auch haben unsere Castingmitarbeiter eine erhöhte geistige Affinität zu traumatisierten Zweitlebern, die wesentlich stärkere mentale Stoßwellen aussenden als der gemeine Wald- und Wiesenbürger von Anno dazumal"
Schön, in diesem Punkt lassen wir uns gerne besänftigen. Was dagegen weiterhin sauer aufstößt, ist die eher mangelhafte Qualität der Schilderungen vormaliger Erlebnisse. Die Testpersonen erzählen geradezu unfassbar schlecht, pausieren an den falschen Stellen und wachen ausgerechnet am spannendsten Punkt aus der Trance auf. Zum Glück verfügen die Cutter der Serie über gehobene Fertigkeiten, sodass sie die Spannung wenigstens auf ein erträgliches Mittelmaß zu heben vermögen.
Größte Stärke des Formates ist, auch das müssen wir fairerweise hervorheben, die peniblen, unter empirischen Bedingungen erbrachten Beweise der Richtigkeit der vorgetragenen Geschichten. Wir bekommen zu hören, dass die hinzugezogene Expertin schon über 1800 Rückführungen vorgenommen hat, und wie wir seit Epikur wissen, ist eine hohe Zahl von Anhängern ein fundierter Beleg für die Wahrheit einer These. Auch werden statt hastiger Schätzungen ausführlich Karten konsultiert, Widersprüche geortet und die verfehlungen der Kandidaten im jetzigen Leben hervorgehoben. Die Sendung ist zweifelsohne ausbaufähig, aber vielleicht kann sie schon in wenigen Jahren die komplizierte Suche nach einem neuen Dalai Lama ersetzen. Wohlan, man darf noch viel erwarten, sei es nun gut oder nicht!
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In unseren Längengraden ist kurzfristig mit adiabatischen Kontraktionen und entsprechender Hitze zu rechnen - Schulanfang können Sie somit vergessen, auch wegen der zu erwartenden Grenzwertüberschreitung für Ammoniak am in der kommenden Woche.
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Kritiker des Vorhabens befürchteten, ein Präzedenzfall könnte eine Welle von ähnlichen Klagen auslösen. Tatsächlich begann kurz nach der Bekanntmachung Murdochs ein Ansturm auf die entsprechenden Behörden. Bis vor kurzem noch völlig unbekannte Firmen wie Alpacher-Gründelstein oder Asterkoog-Greinemann wetteiferten um den Zuschlag für die Kurzbezeichnung "AG", die in Querulantenkreisen als besonders lukrativ gilt. Die ersten Anwaltskanzleien werden zur Stunde schon eingeschaltet, so stellt beispielsweise Hewlett-Packard, mittlerweile als HP firmierend, den australischen Bergbaukonzern BHP Billington an den Pranger. Mitunter gelangen auch skurrile Fälle an die Öffenlichkeit. So konstantiert der Vorsitzende des Versicherers AIG, die Benennung unserer deutschen Landwirtschaftsministerin sei ordnungswidrig.
Selbst (nach aktuellen Maßstäben) unglücklich benannte Firmen finden auch mal ein Korn, etwa im Falle des arabischen Abbas-Faisal-Konzernes, der der streitlustigen BASF aufsaß. Lediglich Fehltritte wie der Finanzdienstleister HSBC bleibt außen vor.
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